35 Jahre Aikido von und mit Frank

Wir schreiben das Jahr 1980. Ein junger Mann, noch nicht einmal volljährig, beginnt sein Aikido-Studium. 35 Jahre später zählt er zu einem der besten Aikido-Lehrer in Österreich. Wir freuen uns, Frank Koren zu seinem Aikido-Jubiläum zu gratulieren.

35 Jahre Aikido. Wahnsinn. Über drei Jahrzehnte lang schon widmet sich Frank einer Leidenschaft, einem Lebensgefühl, einer Weltanschauung, die viele von uns erst im Ansatz verstanden haben. Frank macht bereits länger Aikido, als ich überhaupt alt bin. Das muss man sich mal vorstellen.

Ob Frank auch mein erster Lehrer war? Jein. Meine erste Aikido-Einheit hatte ich tatsächlich bei Frank. Ich wartete damals im Jahr 2007 wie ein Mönch vor dem Tempel (der Tempel ist in diesem Fall das Landessportzentrum Graz). Als Frank dann an diesem schönen Sommertag mit schwarzer Sonnenbrille auf mich zu kam, fragte ich höflich, ob ich wohl am Training teilnehmen durfte. Ein Nicken im Vorbeigehen. „Okay, hier braucht man wohl Disziplin“, dachte ich mir.

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Ich erinnere mich, dass es damals schwierig war, dem Training als Anfänger zu folgen. Der Fehler lag aber klar bei mir: schließlich war das hier das „Fortgeschrittenen-Training“ am Montag, nicht die „Beginner-Einheit“ am Mittwoch. Aber egal, ich war da und ich wollte Aikido ausprobieren. Dann endlich, die erste Technik. Es war irgendwas mit Gyaku Hanmi Katate Dori. Frank kam auf mich zu und packte mein Handgelenk. Wäre er ein lebendiger Schraubstock gewesen, es hätte keinen Unterschied gemacht. Sein Blick eisern, die Mimik unnachgiebig. Nachdem ich mich ein paar Sekunden wie ein Fisch an Land gewunden habe, gab ich auf und sagte: „Es tut mir leid, ich hab wohl leider nicht genau gesehen, wie die Technik geht“. Dann ein, zwei Sekunden Stille. Lang genug, um das Maximum an Unangenehm für mich aus der Situation heraus zu holen. Dann endlich, eine Reaktion: „Das Auge muss sein wie eine Kamera. Es muss alles aufnehmen“. Der Schraubstock um mein Handgelenk löst sich und Frank geht einfach davon, zu einem anderen Pärchen.

Damals war Aikido anders. Zumindest für mich, als jemand, der Aikido so kennen lernen durfte. Heute macht Aikido mit Frank Spaß. Es entspannt, es fordert, es lässt einen wachsen – und, was nicht selbstverständlich ist – man spürt einfach, dass Frank die Essenz des Budo und den Kern des Aikido verinnerlicht hat. Jeder Atemzug mit ihm gemeinsam im Dojo ist eine Bereicherung für die eigene Entwicklung.

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Auf dass er uns noch weitere 35 Jahre als aktiver Aikidoka erhalten bleibt und wir weiterhin gemeinsam Aikido in seiner reinsten Form entwickeln.

Domo Arigato Gozaimashita, Frank!